Amphetamin, das zur Stoffklasse der β-Phenylalkylamine gehört, wurde erstmals 1887 vom Chemiker Edeleanu synthetisch hergestellt. Seine genaue Bezeichnung ist 2-Amino-1-Phenyl-Propan. Erst 1919 wurde entdeckt, dass es dem menschlichen Stresshormon Adrenalin sehr ähnlich ist (später stellte sich heraus, dass es dem Hormon Noradrenalin noch ähnlicher ist, während Methamphetamin eher dem Adrenalin ähnelt). In Tierversuchen stellte sich jedoch heraus, dass es nicht die körperliche Wirkung des Adrenalins hervorrufen kann. Die weckende Wirkung - daher auch der Ausdruck "Weckamine" - wurde erst später entdeckt. In den 30er Jahren kam es schon zum Missbrauch der Droge, als sich Studenten mit Hilfe von Amphetamin vor Prüfungen zum lernen wach hielten. Im zweiten Weltkrieg wurde Amphetamin Soldaten und besonders Kampfpiloten beider Seiten gegeben, um sie munter und leistungsfähig zu machen. Später wurde die Droge als Appetitzügler, z.B. unter dem Namen "Benzedrin", eingeführt und war bis in die 70er Jahre relativ leicht in Apotheken erhältlich bzw. wurde von Ärzten sehr leichtfertig verschrieben. Am Schwarzmarkt wird die Substanz immer wieder als Streckmittel für Kokain verwendet oder unter dem Namen Speed verkauft, das meist auch das etwas potentere Methamphetamin enthält (s.u.).
Nach der oralen Einnahme kann es manchmal mehrere Stunden dauern bis die sich langsam steigernde Wirkung ihren Höhepunkt erreicht. Das ist der Grund, warum oft vor dem Wirkungseintritt weiteres Amphetamin eingenommen wird, sodass die normale Dosis von 5 - 20mg überschritten wird, was zu gefährlichen Überdosierungen führen kann. Wegen der schnellen Toleranzbildung kann aber bei regelmäßigem Konsum bald eine viel höhere Dosis erforderlich sein. Die Wirkung hält normalerweise 4 - 6 Stunden an, kann aber bei hohen Dosen bis zu 30 Sunden dauern. Neurochemisch erklärt sich der Amphetamin-Rausch durch Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin in den Synapsen. Typische Effekte sind erhöhter Puls, Blutdruck, Erweiterung der Bronchien und erhöhte Körpertemperatur verbunden mit Schwitzen. Das Wirkbild ist dem des Kokains sehr ähnlich, jedoch mehr von Munterkeit geprägt und weniger halluzinogen. Meist kommt es zu Euphorie, Nervosität und Rededrang. Auch Angstzustände und psychische Probleme mit schizioden Charakter können sich einstellen.
Ein Abkömmling des Amphetamins ist das Methamphetamin, genauer 1-Phenyl-2-(Methyamino)-Propan, das an die Amino-Gruppe noch eine Methyl-Gruppe gebunden hat. Es wurde 1919 synthetisiert und später wie das Amphetamin als Appetitzügler, z.B. unter dem Namen "Pervitin", angeboten. Seit den 70er Jahren ist auch dieser Stoff nicht verkehrsfähig.
Als durchschnittliche Dosis werden 5 - 10mg angegeben, doch auch hier stellt sich sehr schnell eine große Toleranz ein. Methamphetamin beginnt etwa 30 - 40 Minuten nach oraler Einnahme seine Wirkung zu entfalten, die 4 bis 8 Stunden, bei besonders hohen Dosen sogar bis zu 24 Stunden, anhält. Die Wirkung entsteht durch die selben Mechanismen wie die des Amphetamins und wird als etwas stärker empfunden. Amphetamin und Methamphetamin sammeln sich besonders im Fettgewebe an und werden über die Nieren ausgeschieden.
Die Gefahren der Amphetamine sind denen des Kokains sehr ähnlich. Bei Überdosierung werden die gleichen Gegenmittel und Maßnahmen empfohlen. Darüber hinaus verursacht Amphetamin größere Schäden am Gehirn und alles deutet darauf hin, dass diese irreparabel sind. Besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten ist die Gefahr einer Missbildung des Kindes sehr hoch. Bei Jugendlich führt die Droge oft zu Wachstumsstörungen.
So wie beim Kokain ist es auch beim Methamphetamin nicht möglich, die Droge zu Rauchen, da sie sich beim Erhitzen zersetzt. Mittlerweile wurde aber ein Weg gefunden, mit dem das Methamphetamin auf einfache Weise in eine freie Base umgewandelt werden kann. Das so entstehende "Ice", auch "Crystal" oder "Glass" genannt, verhält sich zu seinem Ausgangsstoff Methamphetamin in etwas so wie Crack zu Kokain. Es wird so wie Crack in einer Pfeife oder auf einer Folie erhitzt und die aufsteigenden Dämpfe werden inhaliert. Schon nach wenigen Sekunden tritt ein kaum zu steigernder Rausch ein. Ice ist extrem potent, hoch gefährlich sehr suchterzeugend. Genauso wie Methamphetamin länger wirkt als Kokain, wirkt auch die neue Droge Ice deutlich länger als Crack.





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