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MDMA

MDMA ist die Abkürzung für 3,4-Methylendioxy-methamphetamin und gehört zur Stoffklasse der β-Phenylalkylamine. Es wurde erstmals 1898 von Haber synthetisiert. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die US-Army auf die Droge aufmerksam und führte erste Test durch. Ab den 70ern war immer wieder als unterstützendes Mittel in der Psychotherapie im Gespräch und wurde auch als Partydroge gelegentlich verkauft. In den 80er Jahren kam es dann zum Verbot. Kurz später wurde MDMA unter dem Namen Ecstasy zur neune Modedroge der Techno-Kultur.

Heute ist in Ecstasy-Tabletten meist nur ein gewisser Anteil an MDMA enthalten, manchmal auch gar kein MDMA. Da der Name MDMA sowie der Umstand, dass diese Substanz in Ecstasy oft gar nicht enthalten ist, heute sehr gut bekannt ist, wird reines MDMA heute zu erhöhten Preisen unter seinem richtigen Namen verkauft. Allerdings handelt es sich auch dabei nicht immer um echtes und reines MDMA.

MDMA Dosierung

Für einen mittleren MDMA-Rausch sind bei einem unerfahrenen Benutzer etwa 50mg reines MDMA nötig. Aufgrund der hohen Toleranzbildung sind werden aber bald weit höhere Mengen eingenommen. Für die therapeutische Anwendung wird eine Dosierung von etwa 1,5mg/kg Körpergewicht angegeben. Bei durchschnittlichem Gewicht entspricht das einer Dosis von rund 100mg. Meist wird auch "nachgeworfen". Durch die kontinuierliche Steigerung der Dosis ist es möglich sich langsam an die gewünschte Wirkung heranzutasten und die Gefahr einer möglichen Überdosierung zu minimalisieren.

MDMA Wirkung

Im Gehirn wirkt die MDMA auf die Synapsen, indem es die Serotoninausschüttung erhöht und die Rückaufnahme hemmt und ist somit ein ein sogenannter "Rückaufnahmehemmer", was zu Wechselwirkungen mit diversen Psychopharmaka führen kann. Der Puls wird durch die Substanz beschleunigt und die Pupillen werden erweitert. Viele User spüren auch eine Verkrampfung der Kaumuskulatur. Etwa 15 - 20 Minuten nach der Einnahme macht sich meist eine Unruhe bemerkbar. Diese Phase kann auch von Angst begleitet sein. Doch meist stellt sich bald darauf eine allgemeine Beruhigung ein.

Wie die Wirkung erlebt wird, ist stark von der Umgebung abhängig. In ruhiger Umgebung werden oft lange tiefe Gespräche gesucht oder man zieht sich ganz in seine eigene Welt zurück. In der Disco hingegen steht für die meisten Konsumenten der stimulierende Effekt im Vordergrund und es wird stundenlang getanzt - oft bis zur Erschöpfung. Seh- und Hörvermögen nehmen meist ab und die Schmerzempfindung wird verringert. Das Zeit vergeht subjektiv viel schneller. Das Kurzzeitgedächtnis wird zwar beeinträchtigt, doch da das Langzeitgedächtnis meist besser arbeitet, kommen dem Konsumenten oft lange zurückliegende Erinnerungen wieder in den Sinn. Allgemein sind meist Einfühlungsvermögen und das Verlangen nach aktiver und passiver Zärtlichkeit stark gesteigert. Nach 3 bis 5 Stunden beginnt die Wirkung langsam auszuklingen, wenn man schon öfter MDMA konsumiert schon früher. Dies ist der Zeitpunkt, wo oft weitere Tabletten eingenommen werden, wobei eine viel höhere Dosis als bei der ersten Einnahme erforderlich ist, um die Wirkung auf den Status quo zu halten.

MDMA Gefahren

Besonders bei ungünstiger Umgebung und schlechter psychischer Verfassung (Set und Setting) kann es auch zu Angstzuständen kommen. In diesem Fall sind persönliche Zuwendung und ein Ortswechsel besonders wichtig. Am besten sollte man mit einer Vertrauensperson an die frische Luft gehen. Sollte sich der Zustand nicht bessern kann - genauso wie bei Krämpfen - Valium in möglichst geringen Dosen verabreicht werden. Im Zweifelsfall ist ein Arzt zu rufen.

Als Unerwünschte Wirkungen können auch Krämpfe, unangenehme Halluzinationen (besonders bei hohen Dosen), asthmatische und epileptische Anfälle, Kreislaufstörungen, Hitzewallungen, extremes Schwitzen, Augenzittern, Atemstörungen, Schwindelgefühle und Erbrechen auftreten. Zuckerkranken, Herzkranken und Personen mit grünem Star oder Bluthochdruck ist dringendst von der Droge abzuraten. Bei häufiger Einnahme sind Leberschäden zu erwarten.

Kombinationen von MDMA mit anderen Drogen sollten vermieden werden, da es - besonders mit anderen MAO-Hemmern - zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann. Zusammen mit Alkohol wird nicht nur die Wirkung geschwächt und zu einem banalen Erlebnis, sondern auch der Kater am nächsten Tag - oder überhaupt in der nächsten Zeit - verschlimmert und die Dehydration weiter vorangetrieben. Auch mit Amphetaminen zusammen wird die Wirkung sehr banal und rein aufputschend und kann zu einem höchst unangenehmen Erlebnis ausarten (Amphetamine sind auch MAO-Hemmer!).

Neben der von den Streckmitteln ausgehenden Gefahr, ist die zweite große Gefahr, dass man unter Einfluss von Ecstasy oft nicht merkt, wie erschöpft der Körper ist. Daher wird auf Techno-Veranstaltungen stundenlang getanzt bis der Körper am Ende ist. Außerdem vergessen viele Raver trotz großem Flüssigkeitsverlust schlicht aufs Trinken. Das Resultat sind immer wieder Kreislaufzusammenbrüche. In vielen Staaten gibt es daher mittlerweile Gesetze, die Veranstalter dazu verpflichten, ihren Besuchern immer reichlich Wasserflaschen gratis zur Verfügung zu stellen. In Deutschland ist meist das Gegenteil der Fall: Wasserhähne werden abgedreht und sogar reines Trinkwasser muss um einen hohen Preis gekauft werden.

MDMA Abhängigkeit

Bei häufiger Einnahme von MDMA kommt es schnell zu einer Toleranzbildung, da die Serotonindepots in den Synapsen erschöpft sind. Bis sich die Serotoninverteilung in den Synapsen wieder normalisiert hat, dauert es meist einige Wochen. Es ist bis heute noch nicht geklärt, ob MDMA irreparable Schäden am Gehirn hinterlässt. Auf jeden Fall kann es schon nach einmaligem Konsum zu langanhaltenden Depressionen kommen. Auch psychische Krankheiten mit schizoiden Charakter können bei entsprechender Veranlagung ausgelöst werden.

Das Suchtpotential von reinem MDMA ist vielleicht als mittelmäßig zu bezeichnen und keinesfalls mit des Heroins zu vergleichen. Eine Körperliche Abhängigkeit tritt nicht auf, eine psychische stellt sich nur langsam ein. Das liegt auch daran, dass es - auch bei gesteigerter Dosis - erst einige Tage bis Wochen nach einem MDMA-Konsum wieder möglich ist ein ähnliches Gefühl zu erreichen. Das Erlebnis des ersten Rausches bleibt meistens einzigartig.

Bei häufiger Einnahme kommt zur erhöhten erforderlichen Dosis auch ein verlangsamtes Eintreten sowie ein kürzeres Anhalten der Wirkung. Die extrem hohen Dosen, die daher oft eingenommen werden, hinterlassen meist sehr starke Kater am nächsten Tag, die noch lange Zeit zu spüren sein können.

MDMA in der Psychotherapie

Zur Klassifizierung wird MDMA auch als Entaktogen bezeichnet, was wörtlich so viel wie "innere Rührung erzeugend" heißt. Dieser Begriff wurde in den 80er Jahren eingeführt und meint, dass es innere Gefühle verstärkt und die Fähigkeit verleiht diese besser wahrzunehmen und persönliche Probleme zu erkennen. Weiters wird es auch als Empathogen bezeichnet, was bedeutet, dass es Vorurteile und Berührungsängste vermindert und ein höheres Einfühlungsvermögen in bezug auf andere Personen verleiht. Diese Eigenschaften sind der Grund, warum es bis zu seinem Verbot immer wieder in der Psychotherapie eingesetzt wurde. Ein weiterer Effekt, der dem Therapeuten sehr nützlich sein kann ist die Aktivierung des Langzeitgedächtnis, was die Möglichkeit gibt, sich an längst Verdrängtest wieder zu erinnern und es mit dem Therapeuten zusammen aufzuarbeiten.

Durch die erhöhte Akzeptanz - auch sich selbst gegenüber - unter MDMA-Einfluss kann die Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Klient erheblich erleichtert werden. Auf der einen Seite ist der Patient offener für Lösungsvorschläge und kann seine persönlichen Probleme aus einer gelösteren Perspektive sehen, zum anderen kann sich auch das erhöhte Selbstwertgefühl positive auf den Therapieerfolg auswirken. Die empathogene Wirkung kann auch bei einer Partnertherapie sehr hilfreich sein und den Weg zueinander ebnen.

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Quellen-URL: http://www.thema-drogen.net/drogen/mdma