N,N-DMT, Dimethyltryptamin, Nigerin, Nigerina, Desoxybofotenin
Dimethyltryptamin, kurz DMT, aus der Stoffklasse der Tryptamine wurde erstmals 1931 von R.H.F. Manske synthetisch im Labor hergestellt. Erst in den 50er Jahren entdeckt man, dass es sich dabei um einen Naturstoff handelt, der in vielen Pflanzen vorkommt, wodurch DMT auch ein Alkaloid (Indolalkaloid) Ist. Später wurde der Stoff auch in vielen Tieren und im Menschen nachgewiesen. DMT ist von der chemischen Struktur her sehr nahe mit dem Halluzinogen Psilocin verwandt und wirkt ebenfalls halluzinogen. Es gilt als eines der stärksten Halluzinogene überhaupt mit einer äußerst kurz anhaltenden Wirkung.
DMT in isolierter Form (als Salz oder Base) kann nur geraucht, geschnupft oder gespritzt werden. Die Wirkung setzt schon nach einigen Sekunden ein und dauert ca. 10 Minuten (bei intravenöser Injektion ca. 45 Minuten). Als Dosis werden 20 bis 100mg angegeben.
Bei oraler Einnahme wird der Wirkstoff vom Enzymkomplex Monoaminooxidase (MAO) abgebaut bevor er die Blut-Hirn-Schranke passieren kann. Um dies zu verhindern kann DMT zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden. Eine Zubereitung, die DMT und MAO-Hemmer in Kombination enthält ist das sogenannte "Ajahuasca". In der klassischen Form werden von den Amazonasindianern dazu die Blätter von Psychotria viridis (Chacruna, enthält DMT) zusammen mit Stängeln von Banisteriopsis caapi (Ajahuascaliane, enthält die MAO-Hemmer Harmin und Harmalin) zu einem übel schmeckenden Trank verarbeitet. Es gibt aber eine große Anzahl von Ajahuascaanlogen, die aus anderen Pflanzen mit DMT-Gehalt und verschiedenen MAO-Hemmern zubereitet werden.
Bei der Verwendung von chemischen Reinstoffen können 150mg Harminhydrochlorid und 15 bis 20 Minuten später 30 bis 60mg DMT eingenommen werden. Man spricht dann von "Pharmahuasca".
Die Wirkung von DMT wird folgendermaßen beschrieben:
Anfangsphase
- Bewusstseinsverlust über den Körper
- Manchmal Bewusstseinsverlust über den Herzschlag
- Manchmal akustische Effekte (Dosisabhängig)
- Niedrige Dosis: Geflüster
- Hohe Dosis Elfen-Sprache, "high-speed chatter"
- Manchmal "Du wirst überleben!"-Gedanken
Mittelphase
- Die visuellen Effekte sind unvorhersehbar
- Durchbrüche zu höher dimensionierten Sphären im Bezug auf die Sinne
- Bei sehr hoher Dosierung vergisst man wer/was/wo man ist
- Personen werden in den "höheren Sphären" gesehen, aber nicht gehört
- Keine heilige Erfahrung, manchmal eher "höllische" Aspekte
- "Dinge" geschehen zu schnell, sind außer Kontrolle
- Kein irdisches Zeitgefühl
- Übliche Dauer des Trance-Zustandes: ca. 5min
- Visionen verschwinden, weitere 5min um zurückzukommen
- Manchmal desorientiert, ohne Friedens-Gefühl
- Manchmal faszinierend, ehrfurchtgebietend mit Friedens-Gefühl
Endphase
- Nach ca. 20min weiß man (wieder) wer/was/wo man ist
- Man wird sich seines Körpers bewusst
- Es gibt keinen Grund die Augen zu schließen
- Keine fremde Energie mehr im Körper
- Alles in der Umgebung sieht normal aus
- Leicht Kopfschmerzen
Trachsel, Daniel und Richard, Nicolas - "Psychedelische Chemie"
Bei oraler Einnahme von Ajahuascaanalogen oder Pharmahuasca spürt man zuerst eine Sedierung durch das Harmalin. In der Phase der Anflutenden Wirkung kommt es dann meist zu Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Nach etwa 45 Minuten setzt die halluzinogene Wirkung des DMT ein, die etwa 1 Stunde sehr stark ist und dann abrupt nachlässt. Nach rund 4 Stunden ist man wieder einigermaßen nüchtern.
Während bei den Halluzinogenen LSD, Meskalin und Psilocin eine hohe Toleranzbildung sowie eine Kreuztoleranz auftritt, erflolgt bei DMT keine Gewöhnung. DMT kann somit theoretisch bei gleichbleibender Wirkung sogar mehrmals täglich eingenommen werden.
Mittlerweile konnte DMT auch im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Es hat wahrscheinlich eine wichtige Funktion als Neurotransmitter. Hier ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten, da es bisher nur Vermutungen über die Aufgabe von DMT im menschlichen Organismus gibt. Vor allem eine Wichtige Rolle von DMT bei Träumen wird diskutiert. Man vermutet sogar, dass die Ausschüttung von DMT die neurochemisch Basis für das Erleben von Träumen ist. In diesem Zusammenhang ist auch eine Funktion bei schamanischen Erlebnissen und bei Meditation sehr wahrscheinlich.
DMT ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein nicht verkehrsfähiges Rauschgift. Für DMT-haltige Pflanzen gibt es keine Gesetze. Aufrund ihres DMT-Gehalts fallen sie aber eigentlich auch unter die DMT-Verbote. Eine Zucht mit dem Ziel der DMT-Herstellung ist auf jeden Fall untersagt.





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