San Pedro Kaktus :: Trichocereus pachonoi :: Einnahme :: Dosierung :: Wirkung :: Geschichte :: Inhaltsstoffe

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Der San-Pedro-Kaktus

Die Pflanze

Der San-Pedro-Kaktus trägt die genaue botanische Bezeichnung Trichocereus pachonoi und gehört zur Familie der Kakteen (Cactaceae), genauer der Stangen- oder Säulenkakteen. Er stammt aus den Andenregionen Perus und wird heute in vielen Gebieten Süd-, Mittel und Nordamerikas kultiviert. Der San-Pedro-Kaktus wächst sehr schnell und kann einen Höhe von bis zu sechs Meter erreichen. Der oberirdische Teil besitzt vier bis zwölf, meist jedoch sechs Rippen. Seine weißen Blüten treibt er nur nachts aus. Manchmal bildet er auch große rote Früchte aus.

Der San-Pedro-Kaktus kann durch Samen oder Stecklinge vermehrt werden. Zur Vermehrung mittels Stecklingen werden einfach Teile des lebenden Kaktus abgetrennt und in die Erde gesteckt, worauf sie meist Wurzeln austreiben und zu einem neuen Kaktus heranreifen. Der Kaktus ist an feuchtes Klima gewohnt und kann daher täglich gegossen werden. Andererseits kann er auch monatelang ohne Wasser überleben. Der verhältnismäßig schnell wachsende San-Pedro-Kaktus wird von Peyote-Züchtern auch gerne zum Pfropfen benutzt. Dazu wird die Spitze des San-Pedro-Kaktus flach abgeschnitten und der über der Erde abgeschnittene Kopf des Peyotekaktus aufgesetzt und einige Tage fixiert Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Peyotekaktus, der selbst äußerst langsam wächst, aber eine höhere Wirkstoffkonzentration als der San-Pedro-Kaktus aufweist, dadurch bis zu viermal schneller wächst.

Inhaltstoffe

Der San-Pedro-Kaktus enthält einige Alkaloide. Für die Wirkung des San-Pedro-Kaktus ist vor allem das Meskalin verantwortlich, von dem im lebenden Kaktus nur einige Promille enthalten sind, im getrockneten Extrakt einige Prozent. Die Wirkstoffkonzentration ist allerdings sehr variabel. Im allgemeinen enthalten ältere Pflanzen weniger Meskalin als junge.

Einnahme und Dosierung

Zur Bereitung der halluzinogenen Drogen wird der Kaktus 5 bis 10cm oberhalb des Bodens abgeschnitten. Nun kann man den Kaktus in Stücke schneiden und mit Wasser einige Stunden kochen. Durch eine Zugabe von Zitronensaft kann man die Lösung des Meskalins im Wasser begünstigen. Für eine Person ist ein Stück von 25cm Länge und rund 7cm Durchmesse zu berechnen. Wenn man die Rinde abzieht und trocknet, kann sie zu einem Pulver zermalen werden.

Egal wie man den Kaktus zubereitet, er schmeckt immer extrem bitter. Daher werden in Kalifornien gerne mit San-Pedro-Pulver gefüllte Gelatinekapseln geschluckt. Bei Einnahme von einigen wenigen Gramm des Pulvers tritt eine leichte Wirkung ein, die 6 bis 8 Stunden anhält. Ab etwa 8g tritt eine psychedelische Wirkung ein.

Wirkung

Obwohl der Kaktus Meskalin enthält, wirkt er nicht so halluzinogen wie der Peyotekaktus oder pures Meskalin, was wahrscheinlich an den weiteren Inhaltstoffen liegt. Christian Rätsch, der Selbstversuche mit dem San-Pedro-Pulver unternahm, meint "die psychedelische Wirkung äußerte sich mehr im emotionalen Bereich." (siehe Christian Rätsch: "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen")

Geschichtliches

Im Andenraum wird der San-Pedro-Kaktus seit mindestens 2000 Jahren rituell benutzt. Durch seine Einnahme kann der Schamane Verbindung mit der Götterwelt aufnehmen und Visionen empfangen und heilen. Er wird auch als Stärkungsmittel (Tonikum) und als Aphrodisiakum verwendet. Schon in der Moche-Kultur (Nordperu) und der Nazca-Kultur (Südperu) war er fixer Bestanteil ritueller Handlungen, was man aus erhaltenen Kunstgegenständen schließen kann. Auch in der späteren Inka-Kultur war er gut bekannt.

Der Name San Pedro steht für den christlichen Heiligen Petrus bzw. Sankt Peter. Rätsch vermutet, dass die Eingeborenen Südamerikas den Kaktus nach der Kolonisation nach dem christlichen Heiligen nannten, um ihn vor einem Verbot durch die spanischen Eroberer zu schützen. Sankt Petrus ist nämlich der Heilige des Regens und derjenige, der den Himmelsschlüssel besitzt. So lag es nahe, den Kaktus, der vermutlich mit Regenkulten in Zusammenhang stand und den Weg in eine andere Welt ebnen konnte, nach Sankt Petrus umzubenennen. Wahrscheinlich ist es ihnen so gelungen, den Kaktus vor einem Verbot durch die Unterdrücker zu schützen, da - anders als beispielsweise beim Coca - über seinen Gebrauch kaum berichtet wurde und nie ein Verbot erlassen wurde.

Gesetzeslage

Der San-Pedro-Kaktus ist im Fachhandel frei erhältlich. Wie beim Peyotekaktus gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen für die Pflanze selbst. Strenggenommen könnte der Kaktus zwar aufgrund des enthalten Meskalin, das als "Suchtmittel" gilt, beschlagnahmt werden, in der Praxis wird es aber wohl kaum dazu kommen, da in Europa heute - wenn überhaupt - eher der stärker wirkende Peyote-Kaktus konsumiert wird und auch dessen Besitz kaum strafrechtlich verfolgt wird.

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