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Morphin

Allgemein

Strukturformel von Morphin / Morphium Morphium bzw. Morphin ist das wichtigste Alkaloid des aus Schlafmohn gewonnenen Opium. Die Begriffe Morphium und Morphin sind zwar deckungsgleich, allerdings wird das Wort Morphium eher bei Drogengebrauch verwendet und Morphin, wenn es um den chemische und medizinische Aspekte der des Stoffes geht.

Geschichtliches

1804 ist es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner erstmals gelungen Morphin aus Opium zu isolieren. Es war das weltweit erste isolierte Alkaloid, doch wie es bei wissenschaftlichen Neuerungen oft der Fall ist, fand auch diese Entdeckung vorerst wenig Beachtung in der Fachwelt. Erst über ein Jahrzehnt später bekam Wilhelm Sertürner die ihm gebührende Anerkennung. Bald gelang es noch weitere Pflanzenbasen, also Alkaloide, zu isolieren und ein neuer Chemiezweig war geboren, die Alkaloidchemie.

Mit dem Morphin hatte man die schmerzlindernde Kraft des Opiums in einer genau dosierbaren Reinform und somit wurde es immer mehr in der Medizin eingesetzt. Sein Suchtpotential wurde anfangs allerdings in der Öffentlichkeit weit unterschätzt. Das kommt auch daher, dass es nachweislich leichter ist Morphium nach einer Schmerzbehandlung abzusetzen, als nach einer gleich langen Anwendung aus hedonistischen Motiven heraus. Erst im Zuge zweier Kriege wurde die hohe Gefahr der Suchtbildung - auch bei medizinischer Anwendung - erkannt. Zuerst wurde Morphium im amerikanischen Sezessionskrieg (1861 - 1865) zur Behandlung der Verletzen eingesetzt, doch nach der Genesung verlangten viele Verwundete immer noch der Droge. Als es den Verwundeten des Deutsch - Französischen Krieg (1970/71) sogar gestattet war sich selbst nach Belieben Morphium zu injizieren, war die Zahl derer, die als Morphiumabhängige aus dem Krieg zurückkehrten noch größer.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es schließlich, die Strukturformel der Morphins zu ermitteln, was eine wichtige Grundlage für weitere Synthesen bildete.

Einnahme und Wirkung

Anfangs wurde Morphium vor allem oral verabreicht. Auf der Haut hat es keine Wirkung. Wenn man es allerdings auf eine Wunde tropft, kommt es schnell in die Blutbahn. Für diese Anwendungsform hielten sich viele Menschen eine Wunde offen, auf die sie in regelmäßigen Abständen Morphium tropften. Eine neue Qualität bekam der Morphiumgebrauch mit der Einführung der Injektionsspritze 1853 von Pravaz. Damit war es zum einen möglich, bei akuten Schmerzen eine schnelle Linderung herbeizuführen, zum anderen, einen unbeschreiblichen plötzlich einsetzenden Rausch zu erzeugen.

Die Wirkung von Morphium ist der des Heroins sehr ähnlich mit einem höheren schmerzlindernden Effekt. Daher ist Morphium bis heute in medizinischem Einsatz, beispielsweise bei der Euthanasie. Auch die Gefahren sind die gleichen wie bei Heroin. Für den Schwarzmarkt wir Morphin heute kaum hergestellt, allerdings tauchen immer wieder für den medizinischen Einsatz bestimmte Morphiumpräparate in der Drogenszene auf.

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