Haschisch und Marihuana sind heute die weltweit meist konsumierten illegalen Drogen. Dabei sehen sich die Konsumenten nicht als Cannabissüchtige. Tatsächlich konnte bisher durch keine wissenschaftliche Untersuchung eine suchterzeugende Wirkung von Cannabis eindeutig belegt werden.

Die Geschichte des Hanfs reicht lange zurück. Seit prähistorischer Zeit verwendet man in Europa und Asien den Hanf als Droge, als Medizin und als Faselieferant und somit als Rohstoff, beispielsweise für die Papierherstellung. In letzten beiden Jahrtausenden konnte sich der Hanf auch in Afrika verbreiten und fand Eingang in viele Stammeskulturen. Nach der Entdeckung Amerikas brachten ihn die Kolonialmächte auch in die neue Welt.

Er diente dem Menschen seit Jahrtausenden zur Inspiration, zur Berauschung oder als Heilmittel. In vielen Gesellschaften und Gesellschaftsschichten, vom Eingeborendorf bis zu Intellektuellenkreisen, kann man von einer eigenen Hanfkultur sprechen. Bei vielen Naturvölkern ist er bis heute Mittelpunkt schamanischer Rituale und wichtige Medizin.

Auch in der heutigen Schulmedizin könnte der Hanf eine wichtige Rolle spielen. So kann er zum Beispiel verlässlicher als jede andere Arznei die Übelkeit, die im Verlauf einer Chemotherapie auftritt, bekämpfen. Auch in die ayurvedische Medizin und in die Homöopathie hat er Eingang gefunden. Und das mit gutem Grund, denn bei vielen Krankheiten ist der Hanf eine unübertroffene Medizin oder zumindest im Stande das Leiden zu lindern.

Das heute fast weltweit bestehende Verbot von Cannabis geht auf Bestrebungen der USA in den 30er Jahren zurück. Die Gründe dafür lagen in rassistischen, machtpolitischen und wirtschaftlichen Motiven. Objektive wissenschaftliche Untersuchungen über die Gefährlichkeit von Cannabis waren nicht ausschlaggebend für das Verbot. Durch dieses Verbot wurden nicht nur Besitz und Konsum von aus Hanf hergestellten Drogen, sondern auch sein Anbau, illegal. Damit wurde die Herstellung von Medizin aus Hanf kriminalisiert und seine Verwendung als Faserlieferant unmöglich gemacht und somit ein ganzer Industriezweig vernichtet.

Die heutig Gesetzeslage verbietet in den meisten Staaten der Welt den Konsum Cannabis. In vielen Ländern wird er heute allerdings toleriert. Zur medizinischen Anwendung sind Haschisch und Marihuana nach wie vor nicht zulässig, in vielen Staaten sind allerdings verschreibungspflichtige Präparate mit synthetisch oder halbsynthetisch hergestellten Cannabinoiden in Verwendung, deren Wirkung von den Konsumenten aber meist als unangenehmer als die von natürlichen Cannabisprodukten beschrieben wird.