Peyote vor der Entdeckung Amerikas

Der Peyotegebrauch ist vom heutigen Mexiko bis in den Süden der USA (Texas) seit prähistorischer Zeit verbreitet. Der Kaktus diente meist im Schamanentum dazu, direkten Kontakt mit den Göttern und Naturgeistern herzustellen. Vor allem die Visionen, die man im halluzinogenen Peyote-Rausch auftreten, galten für die meisten Stämme, die mit dem Kaktus in Berührung kamen von Anfang an als Indiz für einen göttlichen Ursprung der Pflanze und in weiterer Folge des Rausches. Somit wurden und die Peyote-Visionen als direkte Zeichen und Weisungen der Götter gesehen. Daher war Peyote immer auch als Mittel zur Wahrsagerei in Verwendung. In Zusammenhang mit schamanischen Ritualen wurde der Peyotekaktus auch als Allheilmittel verwendet. Besonders die Azteken sind berühmt für ihren Peyote-Kult, sodass viele aztekische Kunstobjekte den Peyote-Rausch zum Thema haben.

Peyote in der Neuzeit

Nach der Entdeckung Amerikas wurde der Peyotegebrauch von den christlichen Eroberern verboten. Doch wie sooft konnte auch hier das Verbot keineswegs den Gebrauch völlig unterbinden. Allerdings wurde der rituelle Gebrauch vor allem durch die Zerstörung der aztekischen Kultur sehr zurückgedrängt. Später verbreitete sich der Peyotegebrauch in das Gebiet der USA und wurde in die Kultur vieler nordamerikanischer Indianerstämme integriert.

Heute hat der Gebrauch besonders in der „Native American Church“ eine Bedeutung. Diese 1914 gegründete Organisation ist ein Zusammenschluss vieler Indianerstämme, der versucht indianische und christliche Kultur und Religion zu verbinden. Den derzeit ca. 200.000 Mitgliedern ist in vielen Staaten der USA heute der Peyotegebrauch gesetzlich gestattet. Wo er illegal ist, wie etwa in Kalifornien, wird er zumindest toleriert. An frei vereinbarten Tagen wird in großen Runden nachts in einem genau festgelegten Ritus Peyote konsumiert. Der Peyote soll hier eine Art Erleuchtung bringen. Die Teilnehmer versuchen mit Hilfe des Peyote die Grenzen von Raum und Zeit zu überwinden und Visionen zu empfangen, die ihnen im Leben weiterhelfen. Im Mittelpunkt steht das Ziel einer persönlichen Bereicherung durch die erlebten Peyote-Halluzinationen. Rein hedonistisch, wie oft behauptet, ist der Charakter des Gebrauch hier jedoch sicher nicht. Außerdem gilt der Kaktus heute bei den nordamerikanischen Indianern als wichtiges Heilmittel und wird zur Behandlung der meisten Krankheiten oder auch zum Alkoholentzug herangezogen.

Ende des 19 Jahrhunderts wurde aus dem Peyotekaktus zum ersten mal das Halluzinogen Meskalin isoliert, was die Droge auch in Europa bekannt machte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich der Peyotekonsum in Künstlerkreisen als Modedroge und wurde meist in Form von damals frei erhältlichen Tinkturen konsumiert. Auch in okkultistischen Kreisen fand er schnell Eingang. Spätestens nach der Verbreitung von LSD in den 50er Jahren verlor er aber weitgehend seine Bedeutung als Droge in der westlichen Welt. Heute wird seine Einnahme abgesehen von den nord- und mittelamerikanischen Indianern nur noch in manchen alternativen Kreisen praktiziert.