Synonyme:

Amanita muscaria

Der Fliegenpilz mit seinem roten weißgetupften Hut kann nur in Symbiose mit Birken oder Kiefern leben und ist daher überall dort verbreitet, wo diese Bäume wachsen – von der arktischen bis zur tropischen Zone. In Mitteleuropa werden die Fruchtkörper von August bis Anfang November ausgebildet. Eine Kultivierung ist bisher nicht gelungen. Da der Fliegenpilz als Giftpilz und nicht als Droge gilt, sind das Sammeln und die Einnahme nicht verboten.

Zum Verzehr werden die Pilze mindestens eine Stunde in kaltes Wasser eingelegt, wodurch sich die Wirkstoffe lösen. Das Wasser kann dann getrunken oder weiterverarbeitet werden. Man kann auch die Pilze auch kochen (Temperatur sollte nicht 90° überschreiten) und als Tee einnehmen oder zu diversen Speisen verarbeiten. Getrocknete oder frische Pilze können auch geraucht werden und wirken so meist angenehmer.

Die Wirkung des Fliegenpilz wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Besonders bei der Einnahme von frischem Fliegenpilz kann es leicht zu Übelkeit kommen. Neben Halluzinationen sind auch Delirien und großes Unbehagen möglich. Nach der Einname folg meist ein mehrere Stunden andauernder schafähnlicher Zustand, auf den nach dem Erwachen eine von Synästhesien geprägte halluzinogene Phase folgt Wie bei allen Halluzinogenen ist auch beim Fliegenpilz die Wirkung sehr von der Erwartung abhängig. Da der Fliegenpilz in Europa als höchst giftig gilt, sind unangenehme Wirkungen und Angstzustände bei vielen Menschen fast vorprogrammiert. Als Dosis werden Mengen von 1 bis 10 Pilzen bzw. 5-20g getrocknete Pilze angegeben. Der Rausch hält bei hohen Dosen sehr lange an – oft einen ganzen Tag lang – und kann noch lange Zeit nachwirken. Ausgeschieden wird der Wirkstoff Muscimol hauptsächlich über die Nieren, so dass er einige Tage noch im Urin nachweisbar ist. Es wird auch berichtet, dass auch der nach einem Muscimol-Rausch ausgeschiedene Urin selbst stark psychoaktiv wirken soll.