Vorgeschichtliche Zeit bis zum Mittelalter

Die Heimat des Schlafmohns, der nur als Kulturpflanze bekannt ist, ist Mittel- und Südeuropa. Es gibt Funde, die Mohnanbau in Süddeutschland, der Schweiz und Norditalien schon vor 6.000 Jahren belegen, wobei allerdings nicht sicher ist, ob zu dieser Zeit die berauschende Wirkung der Pflanze in Europa schon bekannt war. Sumerische Ideogramme aus derselben Zeit belegen jedenfalls den Anbau des Mohns als Rausch- und Heilpflanze für den orientalischen Raum.

Seit der Antike war das aus Schlafmohn gewonnene Opium (von gr. „opos“ – Saft) in Europa und Asien eine der wichtigsten Arzneien sowie ein beliebtes Rauschmittel. Neros Arzt Andromochus verwendete zur Bereitung seiner Medizin „Theriak“, die bis ins 18. Jahrhundert als Allheilmittel galt, neben Schlangengift auch Opium. Der persische und ägyptische Raum bildeten die Schnittstelle zwischen Orient und Okzident, wo Autoren medizinisches Wissen aus China, Indien und den europäischen Hochkulturen der Griechen und Römer sammelten, das das Fundament für die mittelalterliche Medizin bildete. Paracelsus, der die mittelalterliche Medizin reformierte, verwendete für sein berühmtes „Laudanum“ vor allem Wein und Opium als wirksame Substanzen.

Der Opiumkrieg

Sehr große Bedeutung erlangte Opium in China. Nachdem es dort 1729 verboten worden war, hatten die Engländer Probleme, das in ihrer Kolonie Indien erzeugte Opium abzusetzen. Als dann auch noch der Kaiser Lin Tse-Hsü indische Händler zwang, ihm 1.000 Tonnen Opium auszuhändigen und die Ware anschließend vernichten ließ, hatte England einen willkommenen Grund für eine Kriegserklärung an China. Mit lediglich 10.000 Soldaten wurde das chinesisch Heer im von 1839 bis 1842 andauernden Krieg geschlagen und China musste schließlich das Verbot wieder aufheben.

Neuzeitliche Entwicklungen

1804 gelang es das erste mal, das wichtigste Opiumalkaloid, das Morphin, zu isolieren, was eine gezielter medizinische Anwendung möglich machte und das Opium fast vollständig aus der europäischen Medizin verdrängte. Auf die Gefährlichkeit der Droge wurde man erst in Zuge des amerikanischen Sezessionskrieg (1861 – 1865) aufmerksam, dessen Lazarette viele Verwundete, die mit Morphium behandelt wurden, als Morphiumsüchtige verließen. Auf der Suche nach einem ähnliche wirkenden, doch weniger bedenklichen Mittel wurde schließlich Heroin entdeckt, das sich bald als noch suchtbildender herausstellte. Nachdem die Strukturformel aufgeklärt worden war, begann die gezielte Suche nach Morphinderivaten, die die positiven Eigenschaften des Morphins mit einer geringeren Suchtgefahr verbinden sollten. Bis heute wurde jedoch weder ein stärkeres Schmerzmittel gefunden (es gibt zwar mittlerweile Substanzen, die in geringeren Dosen wirken, der schmerzlindernde Effekt von Morphin konnte aber bis heute nicht übertroffen werden), noch ein morphinähnlich wirkendes Mittel, das man als unbedenklich bezeichnen könnte.

Heute wird Morphium noch teilweise in der Medizin, beispielsweise schwersten Tumorschmerzen, sowie bei der Euthanasie angewandt, wenn andere Schmerzmittel versagen, während Heroin hautsächlich für den Schwarzmark produziert wird. Opium wird bis heute im Orient und Asien gerne konsumiert sowie in der Volksmedizin eingesetzt, ist in Europa aber kaum erhältlich., da kaum Nachfrage herrscht und von Heroin viel größere Gewinnspannen zu erwarten sind.